Lauf

 

Man munkelt in dunklen Gassen davon
man bekommt’s nicht zu fassen und singt doch nur Songs
übers Glück und den Weg zurück dahin
Stück für Stück, im Sinn nur lückenhafte
Bilder, dieser Weg ist nicht ausgeschildert
verrückte Alte waren jünger wilder
suchten sich kaputt, wer weiß schon wo er hingehört
mehr als die Hälfte von uns ist komplett gestört
immer hin und her, von Termin zu Termin
wollen hin und wieder Medizin oder flieh’n
volltanken mit Energie, damit wir schuften können wie
Maschinen ohne Fantasie
Gedanken immer blank und mit dem letzten Hemd an
noch schnell zur Bank – mehr Kredit als Verstand
im Pech immer Glück gehabt
doch unterm Strich haben wir komplett versagt

Und du läufst und du läufst immer Schritt für Schritt
hast die Sonne im Nacken und den Horizont im Blick
absolut keine Ahnung wie du hergekommen bist
doch du weißt du hast hier nichts verloren
das hier ist nicht das Ziel, auch wenn es fast so scheint
sie haben dich angelogen schon die ganze Zeit
zerreiß deine Fesseln, komm mach dich bereit
und schreib die Geschichte von vor‘n, die Geschichte von vor‘n

Sieht das alles ziemlich einladend aus,
Große Versprechen, schöner Schein, wo hin du auch schaust,
Sie grinsen von Litfaßsäulen und von Werbeplakaten,
Mit diesem Blendamed-Lächeln und polierten Visagen,
Doch da wächst ein Gedanke in dir heimlich und leise,
im Grunde ist das alles hier nur Goldlack auf Scheisse,
Alles nur Makulatur, nur restaurierte Fassaden,
Die Wahrheit ist dahinter liegt schon lang was im Argen.
Das Fundament instabil die Folgen kaum noch zu tragen.
Und bricht das Kartenhaus zusammen bleibt uns nur noch zu fragen.
Wer trägt die Schuld und warum nur hat uns keiner gewarnt?
Doch unter’m Strich haben wir’s alle schon seit Jahren geahnt.
Du fängst an zu denken und du hörst auf zu glauben
gehst raus auf die Strasse mit geöffneten Augen,
siehst die Welt wie sie wirklich ist, und fängst an zu rennen,
wie lange wird die Hoffnung noch in dir brennen?

Und du läufst…